Energiekosten auf dem Campingplatz – alles hängt an der Saison
Kaum ein Gewerbe hat ein so ungleichmäßiges Jahresprofil wie ein Campingplatz: In der Hochsaison fließt ein Vielfaches dessen, was im Winter anfällt. Wer das im Vertrag nicht abbildet, zahlt drauf.
Wo die Energie hingeht
Der Verbrauch verteilt sich anders als in einem Ladengeschäft – ein großer Teil geht nicht in Ihren eigenen Betrieb, sondern an Ihre Gäste:
- Stellplatzstrom – Wohnwagen und Wohnmobile mit Klimaanlage, Heizung, Kochfeld und Ladegeräten. In der Hochsaison der größte Block, und kaum steuerbar.
- Sanitärgebäude – Warmwasser für Duschen ist der zweite große Posten, mit klaren Spitzen morgens und abends.
- Pool und Wellness – Umwälzpumpen und Beheizung laufen während der gesamten Saison durch.
- Gastronomie und Laden – Kühlung, Küche, Beleuchtung.
- Infrastruktur – Wegebeleuchtung, Pumpen, Kläranlage, zunehmend Ladepunkte für E-Fahrzeuge.
Größenordnung des Verbrauchs
Die Spanne ist groß: Ein kleiner Platz mit einfacher Ausstattung bleibt im fünfstelligen Bereich, größere Anlagen mit Pool, Gastronomie und mehreren hundert Stellplätzen erreichen sechsstellige Jahreswerte. Entscheidend ist weniger die Platzgröße als die Ausstattung.
Wichtig: Das sind Spannen, keine Rechenwerte. Was Ihr Betrieb wirklich zieht, steht auf Ihrer Jahresabrechnung – und genau die brauchen wir, um belastbar zu rechnen.
Warum das Lastprofil über den Preis entscheidet
Das Saisonprofil ist Ihr eigentliches Thema. Zwei Konsequenzen: Erstens ist Ihr Hauptverbrauch im Sommer – also in der Jahreszeit, in der Strom an der Börse traditionell günstiger ist als im Winter. Das spricht dafür, den Spotmarkt zumindest zu prüfen. Zweitens entsteht Ihre Jahreshöchstlast an einem heißen Wochenende bei Vollbelegung, wenn alle Klimaanlagen laufen. Bei leistungsgemessenen Anschlüssen bestimmt dieser eine Nachmittag den Leistungspreis für das ganze Jahr.
SLP oder RLM – wann kippt es?
Kleine Plätze bleiben beim Standardlastprofil. Größere Anlagen – besonders mit Pool oder vielen Stellplätzen mit Starkstromanschluss – sind häufig leistungsgemessen. Wer Ladepunkte für Elektrofahrzeuge aufbaut, sollte vorher rechnen: Sie können die Höchstlast spürbar anheben.
Was der Unterschied konkret bedeutet und wie Sie ihn auf Ihrer Rechnung erkennen, steht unter RLM und Lastgang.
Was das für Ihren Vertrag heißt
Achten Sie darauf, dass die Verbrauchsprognose Ihre Saison abbildet und nicht ein gemitteltes Standardprofil. Eine falsch angesetzte Prognose führt zu Nachzahlungen oder zu Abschlägen, die Ihre Liquidität in der Nebensaison unnötig binden. Und prüfen Sie, wie Sie Stellplatzstrom abrechnen – wer pauschal abrechnet, trägt das Preisrisiko der Gäste vollständig selbst.
So bekommen Sie eine belastbare Zahl
Wir brauchen keine Fragebögen und keine Vor-Ort-Begehung: Ihre letzte Jahresabrechnung genügt. Daraus lesen wir Verbrauch, Arbeitspreis und Vertragsende. Bei leistungsgemessenen Anschlüssen kommt der Lastgang dazu. Die Prüfung ist für Sie kostenlos und unverbindlich – wir werden vom Anbieter vergütet, und nur dann, wenn ein Vertrag zustande kommt.