Energiekosten in der Druckerei – das Raumklima läuft immer mit
Druckereien haben einen Verbraucher, den Außenstehende regelmäßig übersehen: die Klimatisierung. Papier reagiert auf Luftfeuchte, deshalb läuft die Anlage auch dann, wenn keine Maschine druckt.
Wo die Energie hingeht
Der Energiebedarf verteilt sich auf Produktion und Gebäudetechnik – und beides ist eng verzahnt:
- Druckmaschinen – Antriebe, Farbwerke, Steuerung. Der Verbrauch hängt stark an Format und Auflage; Anlauf und Rüstvorgänge erzeugen kurze Spitzen.
- Trocknung – IR- oder UV-Trockner, bei größeren Anlagen thermische Nachverbrennung. Häufig der größte Einzelposten der Produktion.
- Klimatisierung und Befeuchtung – läuft dauerhaft, weil Papier konstante Bedingungen braucht. Auch nachts und am Wochenende.
- Druckluft – für Bogenanleger, Greifer und Pneumatik, praktisch im Dauerbetrieb.
- Weiterverarbeitung – Schneiden, Falzen, Binden, Klebebinder mit Heizung.
Größenordnung des Verbrauchs
Kleinere Akzidenzdruckereien liegen im fünfstelligen Bereich an Kilowattstunden im Jahr. Betriebe mit großformatigen Maschinen, Rollendruck oder mehrschichtiger Produktion erreichen deutlich sechsstellige Werte, bei thermischer Nachverbrennung kommt erheblicher Gasbedarf dazu.
Wichtig: Das sind Spannen, keine Rechenwerte. Was Ihr Betrieb wirklich zieht, steht auf Ihrer Jahresabrechnung – und genau die brauchen wir, um belastbar zu rechnen.
Warum das Lastprofil über den Preis entscheidet
Charakteristisch ist die Kombination aus hoher Grundlast (Klima, Druckluft) und schwankender Produktionslast. Das heißt: Selbst in einer auftragsschwachen Woche sinkt Ihr Verbrauch nicht proportional. Wer seine Vertragsmenge an guten Jahren ausrichtet, riskiert bei Auftragsrückgang Mindermengenprobleme – das gehört vor Vertragsabschluss besprochen, nicht danach.
SLP oder RLM – wann kippt es?
Druckereien ab mittlerer Größe sind in der Regel leistungsgemessen. Sobald mehrere Maschinen und eine Trocknung im Spiel sind, ist der Wechsel die Regel.
Was der Unterschied konkret bedeutet und wie Sie ihn auf Ihrer Rechnung erkennen, steht unter RLM und Lastgang.
Was das für Ihren Vertrag heißt
Zwei Punkte lohnen die Aufmerksamkeit. Erstens die Mengenflexibilität: Wie groß darf die Abweichung von der prognostizierten Menge sein, bevor es teuer wird? Gerade in einer Branche mit schwankender Auftragslage ist das wichtiger als der letzte Zehntelcent. Zweitens die gemeinsame Verhandlung von Strom und Gas, wenn thermisch nachverbrannt wird.
Nicht vergessen: Stromsteuer
Druckereien gehören zum Produzierenden Gewerbe und können die Entlastung nach § 9b StromStG beantragen. Bei durchlaufender Klimatisierung summiert sich das. Details im Ratgeber zur Stromsteuer-Entlastung.
So bekommen Sie eine belastbare Zahl
Wir brauchen keine Fragebögen und keine Vor-Ort-Begehung: Ihre letzte Jahresabrechnung genügt. Daraus lesen wir Verbrauch, Arbeitspreis und Vertragsende. Bei leistungsgemessenen Anschlüssen kommt der Lastgang dazu. Die Prüfung ist für Sie kostenlos und unverbindlich – wir werden vom Anbieter vergütet, und nur dann, wenn ein Vertrag zustande kommt.