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Lebensmittelhandwerk

Energiekosten in der Fleischerei – die Kälte läuft immer

Fleischereien haben ein Lastprofil, um das andere Betriebe sie beneiden würden – oder eben nicht: einen sehr hohen, sehr gleichmäßigen Grundverbrauch, der sich kaum verschieben lässt.

Wo die Energie hingeht

Der Verbrauch wird von einem Block dominiert, der nie abgeschaltet werden kann:

  • Kühl- und Tiefkühlung – Reiferäume, Kühlzellen, Tiefkühllager, Kühltheken. Läuft 24 Stunden, sieben Tage, im Sommer mit deutlich höherer Leistung als im Winter.
  • Produktion – Wolf, Kutter, Füllmaschine, Vakuumierer. Kurze, kräftige Lastspitzen während der Produktionszeiten.
  • Wurstküche und Räucherei – Kessel, Rauchkammern, teils gasbetrieben.
  • Reinigung – Warmwasser und Hochdruck, täglich, mit hohem Energiebedarf.

Größenordnung des Verbrauchs

Eine Metzgerei mit Ladengeschäft und kleiner Produktion liegt häufig im mittleren fünfstelligen bis unteren sechsstelligen Bereich an Kilowattstunden im Jahr. Betriebe mit eigener Schlachtung, größerer Wurstproduktion oder Zerlegung erreichen ein Mehrfaches davon.

Wichtig: Das sind Spannen, keine Rechenwerte. Was Ihr Betrieb wirklich zieht, steht auf Ihrer Jahresabrechnung – und genau die brauchen wir, um belastbar zu rechnen.

Warum das Lastprofil über den Preis entscheidet

Die hohe, gleichmäßige Grundlast hat zwei Seiten. Nachteil: Sie können kaum Verbrauch in günstige Stunden verschieben – Kühlung lässt sich nicht verhandeln. Vorteil: Ein flaches, gut vorhersagbares Profil ist für Lieferanten attraktiv, weil es sich einfach beschaffen lässt. Das ist ein Argument, das man in der Verhandlung nutzen kann – und das ein Tarifrechner nicht kennt.

SLP oder RLM – wann kippt es?

Sobald zur Ladenkühlung eine ernsthafte Produktion kommt, ist die Grenze zur Leistungsmessung schnell erreicht. Viele Fleischereien mit eigener Herstellung rechnen bereits monatlich ab. Dann zählt neben dem Arbeitspreis der Leistungspreis – und der wird von den Produktionsspitzen bestimmt, nicht von der Kälte.

Was der Unterschied konkret bedeutet und wie Sie ihn auf Ihrer Rechnung erkennen, steht unter RLM und Lastgang.

Was das für Ihren Vertrag heißt

Weil sich der Verbrauch nicht verschieben lässt, bringt der Spotmarkt hier weniger Hebel als etwa in einer Bäckerei. Die Kalkulationssicherheit eines Festpreises wiegt bei den meisten Betrieben schwerer – gerade weil Fleischpreise ohnehin volatil sind und man nicht zwei schwankende Kostenblöcke gleichzeitig tragen will.

Nicht vergessen: Stromsteuer

Fleischereien mit eigener Herstellung zählen regelmäßig zum Produzierenden Gewerbe – und damit kommt eine teilweise Entlastung von der Stromsteuer in Betracht. Bei einer hohen Kältegrundlast ist das kein Kleingeld. Details im Ratgeber zur Stromsteuer-Entlastung.

So bekommen Sie eine belastbare Zahl

Wir brauchen keine Fragebögen und keine Vor-Ort-Begehung: Ihre letzte Jahresabrechnung genügt. Daraus lesen wir Verbrauch, Arbeitspreis und Vertragsende. Bei leistungsgemessenen Anschlüssen kommt der Lastgang dazu. Die Prüfung ist für Sie kostenlos und unverbindlich – wir werden vom Anbieter vergütet, und nur dann, wenn ein Vertrag zustande kommt.