Jahresabrechnung lesen – die sechs Zahlen, auf die es ankommt
Eine Energieabrechnung hat oft fünf Seiten und drei Dutzend Positionen. Für die Frage, ob Sie zu viel zahlen, sind davon sechs relevant. Hier stehen sie.
1. Der Jahresverbrauch in Kilowattstunden
Die wichtigste Zahl überhaupt – sie bestimmt, welche Vertragsformen für Sie überhaupt in Frage kommen und wie viel Verhandlungsgewicht Sie haben. Sie steht meist ganz vorn in der Abrechnungsübersicht.
Achten Sie darauf, ob es sich um den tatsächlichen Verbrauch des Abrechnungszeitraums handelt oder um eine Prognose. Bei einer unterjährigen Abrechnung oder nach einem Umzug ist der Wert oft hochgerechnet – und dann als Verhandlungsgrundlage unbrauchbar.
2. Der Arbeitspreis in Cent je Kilowattstunde
Das ist der Preis, über den verhandelt wird. Wichtig: Prüfen Sie, ob er netto oder brutto ausgewiesen ist und ob Steuern und Umlagen enthalten sind – sonst vergleichen Sie später Äpfel mit Birnen.
Bei manchen Verträgen gibt es mehrere Arbeitspreise, etwa für Hoch- und Niedertarifzeiten. Dann brauchen wir beide, samt der zugehörigen Verbrauchsmengen.
3. Der Grundpreis
Ein fester Betrag pro Monat oder Jahr, unabhängig vom Verbrauch. Bei kleinen Verbräuchen fällt er ins Gewicht, bei großen kaum. Ein Angebot mit minimal niedrigerem Arbeitspreis, aber deutlich höherem Grundpreis kann unterm Strich teurer sein – deshalb gehört er in jeden Vergleich.
4. Das Laufzeitende
Der einzige Termin, den Sie wirklich nicht verpassen dürfen. Steht meist im Kleingedruckten oder im Abschnitt zu den Vertragsdaten, gelegentlich auch nur im ursprünglichen Vertrag. Warum das so wichtig ist, steht im Ratgeber Kündigungsfrist.
5. Die Zählpunktbezeichnung
Eine lange Nummer, die mit DE beginnt und Ihre Lieferstelle eindeutig identifiziert – oft als Zählpunkt, Marktlokations-ID oder MaLo-ID bezeichnet. Ohne sie kann kein Anbieter ein Angebot zuordnen oder einen Wechsel anmelden.
Wenn Sie mehrere Standorte haben, hat jeder eine eigene. Das ist der häufigste Grund, warum Bündelanfragen ins Stocken geraten – es fehlt eine Nummer.
6. Der Leistungspreis – falls vorhanden
Steht dort ein Betrag in Euro je Kilowatt, haben Sie einen leistungsgemessenen Anschluss. Dann bemisst sich ein Teil Ihrer Rechnung nicht am Verbrauch, sondern an Ihrer höchsten gemessenen Spitze – und die Verhandlung läuft völlig anders. Was das bedeutet, steht unter RLM und Lastgang.
Was Sie getrost ignorieren können
Die seitenlange Aufschlüsselung von Umlagen, Abgaben und Netzentgelten müssen Sie nicht verstehen. Diese Bestandteile sind gesetzlich oder vom Netzbetreiber vorgegeben und bei jedem Anbieter an Ihrem Standort gleich hoch. Verhandeln lässt sich nur der Anteil, den der Lieferant selbst bestimmt.
Genau deshalb bringt es auch nichts, Angebote über den Gesamtbetrag zu vergleichen, ohne auf die zugrunde gelegte Verbrauchsmenge zu schauen.
Und wenn Sie keine Lust auf all das haben
Dann schicken Sie uns einfach die Abrechnung. Wir lesen die Werte selbst aus – Sie müssen nichts abtippen und nichts vorbereiten. Ein Foto oder PDF genügt. Genau dafür ist unser Assistent gebaut.